DE | EN
Franz Karl Basler-Kopp
Der Luzerner Märchenmaler 1879 – 1937

Aus der Skizzenmappe

Da von mehr als 20 Skizzen angenommen werden darf, dass die zugehörigen, geplanten Gemälde tatsächlich einmal existiert haben, scheint es sinnvoll, diese hier ungeachtet der Ausführungsqualität vollständig zu publizieren in der Hoffnung, dass ein Besucher vielleicht eines Tages in der einen oder anderen einen "Bekannten" erkennt, der bei ihm zu Hause schon seit Jahrzehnten über dem Sofa hängt.

Serie 1

Serie 2

Die Skizzenmappe

Aus dem Nachlass von F.K. Basler-Kopp ist eine Skizzenmappe erhalten geblieben, die neben fast allen Entwürfen zu den drei Bänden des Werkes "Schweizersagen" von Arnold Büchli, zum Buch "Osterhas, Sankt Nikolas, Weihnacht und Neujahr" von Eduard Fischer, zum Buch "Am Märchenbrunnen" von Helene Kopp, zu zwei Heften der "Jugendborn-Sammlung" mit Gedichten für die Jugend und einer Unzahl von Scribble-Sketches auch eine Reihe von 35 Skizzen enthält, von denen die meisten offensichtlich als Pausvorlagen für Bilder gedient hatten.

11 dieser Skizzen sind in Bilder umgesetzt worden, die auf dieser Website zu sehen sind. Wir haben sie bei den entsprechenden Werken eingefügt. Von den 24 anderen sind zwar die meisten, wie aus den Pausspuren auf den Rückseiten zu schliessen ist, offenbar ebenfalls in Form von Gemälden realisiert worden, doch sind diese verschollen. Einzelheiten sind in den Detailansichten der Skizzen "Serie 1" und "Serie 2" zu finden.

Der Wert dieser Skizzenmappe liegt zunächst einmal darin, dass einige der Zeichnungen, losgelöst von dem ihnen zugedachten Zweck, auch für sich allein genommen sehr schöne Arbeiten sind, die es - wie bei einigen Besitzern geschehen - verdienen, eingerahmt und an die Wand gehängt zu werden. Zum anderen gibt uns die Fülle der zeichnerischen und schriftlichen Ideensammlung in der Form von Kritzelskizzen und Titellisten einen Eindruck von Baslers weitgespannten, künstlerischen Plänen und seiner Vorlieben für bestimmte Motive, wenn auch wohl längst nicht alle diese Pläne realisiert worden sind. In einigen, wenigen Fällen von verwirklichten Vorhaben hat uns dieses Material, zusammen mit Exponateverzeichnissen von Ausstellungen, letztlich auch noch geholfen, Motive von unbetitelten Bildern zu erkennen und zuzuordnen, deren Inhalt vorher im Dunkeln gelegen hatte.

Skizze mit roten Ruinen

Dann zeigt uns die Mappe auch etwas auf über die Arbeitsweise von Basler. Er lebte seiner Malerei mit Haut und Haar. Wenn immer ihm ein Gedanke kam, dann wurde er - meist in Form einer Kritzelskizze - auf einem Fetzen Papier oder Karton, was er eben gerade zur Hand hatte, aufgezeichnet, leider sehr oft ohne Vermerk, worum es sich denn dabei handle, wie zum Beispiel bei der nebenstehenden Skizze. Zwar steht da, dass hier rote Ruinen dargestellt werden sollten, dass ein dunkelblauer H. (Himmel?) geplant war und weisse M. (Möwen?). Aber was das eigentliche Motiv war, steht nicht da (Basler hätte nie einfach "rote Ruinen" gemalt). Die Skizze mit den beiden Ruinenteilen mit einer Art Fensteröffnungen im oberen Teil sieht vom Grundgedanken her dem im Kunstmuseum Luzern befindlichen, unbetitelten Bild mit ebenfalls roten Ruinentürmen recht ähnlich, wenn auch wie aus einer anderen Perspektive, selbst wenn letzteres keinen blauen sondern einen roten Himmel hat und nicht erkennbar ist, worum es sich bei den weissen Details im Hintergrund handelt.

Basler verschrieb sich nie, auch nicht zeitweise, einem bestimmten Thema, um dieses in seiner Gesamtheit zu illustrieren, wie dies andere Illustratoren getan haben. Er freute sich fast chaotisch an der schieren Fülle des literarischen, vor allem des mythologischen Stoffes und scheute sich nicht, auch schon durch Andere dargestellte Themen neu, in seiner eigenen, manchmal eigenwilligen Art aufzugreifen und darzustellen. Dementsprechend bunt gemischt sind seine vielen Listen geplanter Bilder, die zum Teil schon nach der geplanten Maltechnik und ungefährer Grösse geordnet sind.

Die Detailplanung seiner Gemälde, soweit wir dafür Anhaltspunkte haben, lässt Raum für Spontaneität. Basler liess sich in seiner Arbeit nicht gerne binden oder einengen, und in letzter Konsequenz dieser Haltung auch nicht durch sich selber. Auf den erhaltenen Skizzen plant er in der Regel die wesentlichen Motive des Werkes und ihre räumliche Platzierung und benützt die Zeichnung dann für die Übertragung auf den definitiven Träger. Den Rest aber überliess er offenbar häufig der Improvisation, der spontanen Eingebung oder der Laune des Augenblicks beim Malen, und übernahm auch nicht immer die genaue Skizzenvorlage für die Ausführung des Bildes. Ob er für alle seine Gemälde überhaupt Skizzen und Pausvorlagen erstellte, wissen wir nicht.