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Franz Karl Basler-Kopp
Der Luzerner Märchenmaler 1879 – 1937

Baslers Bücher

Basler hat in der Zeit von 1925 bis 1933 mehrere Bücher illustriert, alle für den Verlag Sauerländer in Aarau. Angefangen hat die Zusammenarbeit mit diesem Verlag mit einem recht kleinen Auftrag für die Schriftenreihe "Jugendborn", für die Arnold Büchli zwei Hefte mit gesammelten "Gedichten für die Jugend", erschienen 1925, zusammenstellte, und für die Basler-Kopp die Titelseiten und zwei kleine, Leisten im Heftinneren fertigte. Zeitlich fiel dese Arbeit fast noch zusammen mit den darauf folgenden, wesentlich grösseren Aufträgen zur Illustration des ersten Bandes der "Schweizersagen", ebenfalls von A. Büchli, Erscheinungsjahr 1926, und für das Kinderbuch "Osterhas, St. Nikolas, Weihnacht und Neujahr" von Eduard Fischer, das ebenfalls 1926 erschien. In den Jahren 1928 und 1931 folgten dann die Bände 2 und 3 der "Schweizersagen" und schliesslich 1933 als letztes das Buch "Am Märchenbrunnen" von Helene Kopp (nicht zu verwechseln mit Helene Hansen-Kopp, Baslers Schwägerin).

Arnold Büchli: "Schweizersagen" Band 1
Arnold Büchli: "Schweizersagen" Band 1
Verlag H.R. Sauerländer & Co. Leipzig und Aarau 1926
Arnold Büchli: "Schweizersagen" Band 2
Arnold Büchli: "Schweizersagen" Band 2
Verlag H.R. Sauerländer & Co. Leipzig und Aarau 1928
Arnold Büchli: "Schweizersagen" Band 3
Arnold Büchli: "Schweizersagen" Band 3
Verlag H.R. Sauerländer & Co. Leipzig und Aarau 1931
Helene Kopp: "Am Märchenbrunnen"
Helene Kopp: "Am Märchenbrunnen"
Verlag H.R. Sauerländer & Cie. in Aarau 1933
Eduard Fischer: "Osterhas, St. Nicolas, Weihnacht und Neujahr"
Eduard Fischer: "Osterhas, St. Nicolas, Weihnacht und Neujahr"
Verlag H.R. Sauerländer & Co. Aarau 1926
Jugendborn-Sammlung: "Gedichte für die Jugend", ausgewählt von Arnold Büchli
Jugendborn-Sammlung: "Gedichte für die Jugend", ausgewählt von Arnold Büchli
Die beiden Hefte sind in der Kantonsbibliothek Aarau archiviert. Antiquarisch sind sie offenbar kaum noch zu haben.
Kapitelvignette aus den Schweizersagen
Kapitelvignette aus den Schweizersagen

Glücklicherweise finden sich im Sauerländer-Archiv des Staatsarchivs Aarau die Dossiers aller drei Autoren, so dass zu diesen Arbeiten Baslers einige Details bekannt sind, zum Beispiel zur Honorierung. Basler erwähnt in den Vertragsverhandlungen mit Sauerländer sein Honorar "für Schwarz" von 80-100 MK (Mark) bei anderen Verlagen. Dabei handelt es sich um die "Münchner Fliegenden Blätter", auch wenn er diese hier nicht explizit erwähnt. Er gibt sich allerdings bewusst, "dass die Lage des Buchgewerbes nicht rosig" sei, dass aber auch er aus seinem Erwerb den Lebensunterhalt bestreiten müsse und demnach nicht unter einen Ansatz von 60 Franken für die ganze Seite und 20 Franken für Leisten und Zierstücke gehen könne. Etwas später versucht er es im Zusammenhang mit der Illustration des Fischerschen Kinderbuches nochmals, wobei er recht ruppige Register zieht: "Was nun meine Honorarforderung betrifft, so nenne ich 20 Fr für grössere Zeichnungen (Anm: in diesem Falle waren ca. 1/3-seitige gemeint) und 5 Fr für die Leisten, resp. 200 Fr pauschal (Anm: für das Fischer'sche Kinderbuch). Ich weiss, dass heute Zeichnungen weit unter diesem Ansatz (der übrigens seinerseits weit unter dem Tarif der deutschen Illustratoren bleibt) geliefert werden, aber ich weiss auch, dass erstens Fixbesoldete zu billig liefern und es auch können, und dann zweitens Maler, die mehr oder weniger stark vom Bettel, Pump, Betrug, Schwindel, Schulden, Zwangszahlung ihrer Schulden mit Bildern (Zahlungsunfähigkeit erklären) leben." Schliesslich einigte man sich auf ein Honorar von 40 Franken für grössere, meist ganzseitige Arbeiten, 15 Franken für Seiten-, Kopf- oder Fussleisten und 5 Franken für Kapitelvignetten, Ansätze, die mehr oder weniger für die gesamte Dauer der Zusammenarbeit Gültigkeit haben sollten.

Sein Nachgeben in der Honorarfrage begründet Basler vor allem mit seinem grossen Interesse am Stoff der Schweizersagen: "... da ... mir der Stoff anderseits so sehr angenehm ist, dass ich herzlich gerne und ohne peinliches Gegenrechnen alle Sorgfalt und Liebe für die Sache aufwenden werde." Selbst wenn dies nur die halbe Wahrheit sein sollte: Die Schweizersagen haben es Basler zweifellos angetan, sie entsprachen ihm aus dem Innersten schon von der Sache her, das zeigt sich auch daran, dass er mehrfach auch in seinem malerischen Schaffen auf Themen der Schweizersagen zurückgriff. Aber es ist auch das Verdienst Arnold Büchlis, diese "Edelsteine der Volkspoesie", wie sich Dr. Paul Hilber ausdrückt, nicht nur gesammelt sondern auch in einer nuancierten, bildhaften und kraftvollen Sprache zu Papier gebracht zu haben, die bei einem anspruchsvollen Leser wie Basler die Wirkung nicht verfehlen konnte. Solchen literarischen Ansprüchen können die beiden anderen Werke nicht genügen. Ist das Kinderbuch von Eduard Fischer von noch ansprechendem Niveau, jedenfalls die Geschichten, bedeutend weniger die Spielszenen, so ist das Märchenbuch von Helene Kopp bei allem Wohlwollen ein sprachlich wie inhaltlich dürftiges Werk, das wohl schon damals nicht nur von den Erziehern, sondern sogar von der angesprochenen Zielgruppe, nämlich Kindern im Kindergartenalter und in den unteren Grundschuljahren, mindestens unbewusst als eigentliche Zumutung empfunden werden musste. Basler selber drückte sich vornehm aus: "Die Komposition war nicht immer leicht, da es sich hier um typische Traummärchen handelt, während die Kinder erfahrungsgemäss leichtverständliche, realistische Darstellungen brauchen. Hoffentlich ist die Synthese gelungen." Trotzdem hat Basler auch für diese beiden Bücher phantasievolle, anmutige bis berührende, zeichnerische Interpretationen der Inhalte geschaffen, jede Zeichnung in der unverwechselbaren Handschrift des Meisters.

Schon vor 1925 war Basler, wie oben bereits angedeutet, eine Zeit lang für einen Verlag tätig gewesen, nämlich für die "Münchner fliegenden Blätter", eine satirische Wochenzeitschrift. Vermutlich 1921 erhielt er von diesem Verlag das Angebot, die durch den Tod des Illustrators Prof. Hermann Vogel ("Vogel-Plauen", geb. 1854 in Plauen, gest. 1921 in Krebes, Vogtland) freigewordene Stelle eines Märchenzeichners zu übernehmen, das er aber ablehnte. Trotzdem hat er in der Folge offenbar einige Zeit für den Verlag gearbeitet, allerdings ist es bisher noch nicht gelungen, Zeichnungen aus dieser Zusammenarbeit zu finden. Frau Dr. Annette Philipp von der Universitätsbibliothek Heidelberg, der ich diese Informationen verdanke, hat die Jahrgänge 1916-1924 mit leider negativem Ergebnis stichprobenartig recherchiert. Eine eingehendere Recherche steht noch aus. Eigenartigerweise können wir auch in der an anderer Stelle dieser Website beschriebenen Skizzenmappe keinerlei Hinweise auf eine Tätigkeit für die "Fliegenden Blätter" erkennen, wohingegen die Skizzen für die Arbeiten an den anderen Büchern hier fast vollständig enthalten sind und der Inhalt der Mappe mit grosser Sicherheit einen Zeitraum überdeckt, der die fragliche Zeit zwischen 1921 und 1925 mit einschliesst.

Vielleicht vermittelt der Albumeintrag "Tragische Geschichte" vom 28.09.1924 für eine seiner Nichten im Stile von Wilhelm Busch stellvertretend eine Idee von der Art seiner Zeichnungen für die "Fliegenden Blätter" (Wilhelm Busch war einer der wohl bekanntesten Mitarbeiter an dieser Zeitung).