Die grosse Frage

Ja, das ist seit jeher die grosse Frage: War zuerst das Huhn oder das Ei? Basler mokiert sich hier ganz offensichtlich wohl stellvertretend für ähnlich ergiebige Fragen über die Weisen, die weltfremd, in ihren weissen Gewändern mit hochwichtigen Mienen, teilweise barfuss, teilweise in Nagelschuhen, rastlos und ohne Ende um das Ei herumgehen und die Frage offensichtlich auf theoretischem Weg zu klären versuchen, gefangen in den Riesenzotteln der beiden Narren.
Die kolorierte Zeichnung war wohl, so lässt das etwas ungewöhnliche Format vermuten, ursprünglich als Illustration (Kopf- oder Fussleiste) eines Buches oder einer Broschüre mit Bleistift entworfen und erst später mit Tusche und etwas Tempera nachgezogen und koloriert worden. Da das Ei mit seiner Spitze etwas über den gezogenen Rahmen hinausragt, wurde sie ausgeschnitten und auf ein Trägerpapier aufgeklebt, damit man sie rahmen konnte. Die Signatur unten links stammt zweifellos von Basler selber, wobei die Beschränkung auf "F.K. Basler", also ohne den Zusatz "-Kopp", vermuten lässt, dass die Arbeit auf eine Zeit vor seiner Verehelichung mit Julia Kopp im März 1905 zu datieren ist. Die Bezeichnung "Die grosse Frage" unten rechts auf dem Trägerpapier stammt ebenso zweifelsfrei von Julia Basler-Kopp. Sie schreibt konsequent in der alten deutschen Schrift (Sütterlin-Schrift) und wir kennen von ihr auch noch andere Bildbezeichnungen in genau dieser Art
Themen:Märchen und Sagen