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Franz Karl Basler-Kopp
The Lucerne Fairy-Tale Painter 1879 – 1937

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Die Zaubergeige

Die Zaubergeige
um 1910
Öl auf Leinwand
31x58 cm

Das Gemälde hat gemäss den Etiketten auf der Rückseite von Rahmen und Chassis zwei Bezeichnungen, ob gewollt oder ungewollt wissen wir nicht. Sie stammen beide, wie aus der Handschrift zu ersehen ist, von Basler selber. Es ist also ungewiss, wo das hier illustrierte Märchen, und um ein solches handelt es sich hier mit grösster Sicherheit, auch wenn wir die literarische Quelle bisher nicht gefunden haben, die Zauberkraft ansiedelt, beim Geiger oder bei der Geige. Aus der allerdings ziemlich ungelenken Art und Weise wie der Mann im Vordergrund (von einem Geiger im eigentlichen Sinne wollen wir denn doch nicht sprechen) das subtile Gerät und den Bogen in den - immerhin jeweils richtigen - Händen hält, schliessen wir wohl mit Recht, dass hier die übersinnliche Fähigkeit, die Zuhörer durch ihre Klänge zum Tanzen zu bringen, der Geige innewohnt, ähnlich wie im Grimm'schen "Tischchen deck dich" der berühmte Knüppel ja bekanntlich auch ohne Zutun des Gesellen auf blossen Zuruf hin die Leute zum Hüpfen und Springen brachte, wenn auch auf seine eigene, etwas rüdere Art.

Was Basler uns hier auf den ersten Blick wie ein unkomponiertes, flächiges Nebeneinander von Figuren für ein Lesebuch der Unterstufe vorsetzt, erweist sich beim näheren, aufmerksamen Betrachten als ein gekonnter, künstlerischer Trick: Wenn der Betrachter sich gewahr wird, dass er wie von einem Fenster herab auf die Szene blickt, in der die vorderen Figuren durch das Fenstergesims oder die Bühnenkante teilweise verdeckt sind, wird, was vorher wie ein leerer, langweiliger Hintergrund erschien, in Wirklichkeit zum Boden, auf welchem die tanzenden Figuren ihren turbulenten Ringel-Reigen aufführen, und es entsteht plötzlich auf dem zunächst so flächigen Bild eine tiefe, räumliche Wirkung.

Den literarischen Hintergrund kennen wir nicht.

Subjects:Fairy Tales and Legends

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