Der Maler

F.K. Basler Kopp mit seiner Frau Julia, der Tochter des Rektors und Inspektors der Stadtschulen Luzern und der kaufmännischen Berufsschule Luzern, Johann Baptist Kopp

Das Schaffen von Franz Karl Basler-Kopp, dem Märchenmaler, wie er oft genannt wurde, wird von Dr. Paul Hilber, dem damaligen Konservator des Kunstmuseums Luzern, in seinem Nachruf im "Vaterland" 1937 folgendermassen gewürdigt: "Basler-Kopp war als Künstler ein spät geborener Romantiker, den es aus dem Innersten zur Weiterführung jener künstlerischen Elemente trieb, die in Spitzweg, Welti, Böcklin einst ihre grosse Erfüllung gefunden hatten. Er wusste, dass die Aktualität über solches künstlerisches Denken und Gestalten hinwegschritt, deshalb zog er sich in eine stille Klause des Schaffens zurück, in der er Jahre hindurch ein illustratives Märchenwerk höchst eigener Empfindung schuf, vertrauend auf die inneren Werte unserer literarischen Edelsteine der Volkspoesie."

Und im Vorwort zur Gedächtnisausstellung von 1938 schreibt Paul Hilber: "Er fand seine besonderen Anlagen zum Erzähler und Illustrator, lebte sich in die phantasiereiche Welt der Märchen und Sagen ein, aus ihrem Stoffe jedoch ein überaus menschlich empfundenes und reflektierendes Gestalten herausholend. Wie sehr sich Basler-Kopp mit seinen Themen innerlich auseinandersetzte, das beweisen seine bildfertigen Zeichnungen, die in ihrer künstlerischen Selbständigkeit neben den Ölbildern bestehen, zu denen sie vielfach Vorstudien sind. In dieser verinnerlichten Welt der traumhaft-romantischen Figurenspiele hat Basler-Kopp seinen eigenen Stil gefunden, der, an Spitzweg und andere Romantiker anlehnend, sich zu einem persönlichen Gestaltungsgut entwickelte. Seine Stoffwelt schuf ihm seine Gemeinde, ähnlich, wie dies beim Berner Kreidolf der Fall ist. Sie machte ihn als Illustrator von Sagenwerken besonders geeignet, weshalb ihn der Verlag Sauerländer in Aarau und andere zu ihren ständigen Mitarbeitern erkoren."

Basler-Kopp hat sich zwar nie bewusst einer Stilrichtung, einer „Schule“, angeschlossen und auch keine Kontakte zu anderen Malern unterhalten. Er hat aber bei seinen Studien vor allem in München und Dresden, aber auch bei kürzeren Aufenthalten in Hamburg und Stuttgart eine Vielzahl von Werken alter und neuer Meister gesehen und studiert. Bekannt ist auch, dass er regelmässig und intensiv die einschlägigen Kunstzeitschriften studierte. Er war über die Strömungen seiner Zeit zweifellos genau im Bild.

Basler-Kopp hatte, abgesehen von der durch Krankheit oft unterbrochenen Ausbildung zum Glasmaler, keine künstlerisch-handwerkliche Schulung genossen, erst recht nicht in theoretischen Fächern. Er bildete sich nach Beendigung der Kunstgewerbeschule ausschliesslich durch Besuche von Kunstsammlungen und anhand einschlägiger Zeitschriften und Fachliteratur weiter.

Basler-Kopp auf den „Märchenmaler“ zu reduzieren, würde seinem Werk nicht gerecht. Sicher machen seine Märchen- und Sagendarstellungen einen substanziellen Teil seines Schaffens aus, doch bezog er die Motive für seine Werke auch aus Romanen, Legenden und Novellen, malte alt- und neutestamentliche Themen aus der Bibel und geschichtliche Ereignisse, daneben aber auch, wenngleich selten, landschaftliche Motive. Der weitgespannte Bogen der Themen seiner Bilder lässt auf Belesenheit nicht nur in der deutschen, sondern auch in der russischen, der dänischen und der schwedischen  Literatur schliessen. Da er häufig seine Bilder nicht betitelte und auch nicht immer für das Motiv eindeutige, typische Szenen zur Darstellung herausgriff, ist bei vielen von ihnen heute das zu Grunde liegende Motiv nicht mehr oder (noch) nicht mit Sicherheit zu benennen.

Illustration zur Dottikoner Sage "Der Schlangenbanner" aus den "Schweizersagen" von A. Büchli

Statt einer eigenen, künstlerischen Beurteilung von Basler-Kopp, zu der wir uns nicht berufen fühlen, lassen wir mit Ferdinand Avenarius, dem damaligen Herausgeber des „Kunstwart“, einen kompetenten Zeitzeugen zu Wort kommen. Dieser hat ihm in seiner Zeitschrift (Kunstwart 1921, Heft 11, p 311) im Zusammenhang mit dem Abdruck von zweien seiner Bilder, nämlich „Schwanenjungfrauen“ und „Moorhexe“, einen kurzen Artikel gewidmet. Schon etwas früher, nämlich im Jahre 1916 (Kunstwart 1916, Heft 29, p 96), hatte sich Avenarius anlässlich der Publikation des Ölbildes „Lauelenschratt“ kurz zum Maler geäussert und diesen, wenn auch nicht direkt mit Arnold Böcklin verglichen, so doch in dessen Nähe gerückt.

Typisch für die Bilder von Basler-Kopp sind einige Eigenheiten:

Gewisse Motive liessen ihn nie los, und er stellte sie abgewandelt und in verschiedenen Techniken immer wieder dar. So zum Beispiel malte er mehrere Male Schwanenjungfern, Meerjungfrauen, arme Seelen in den Gletschern, das Nirvana, Jungbrunnen, die Heiligen Drei Könige und Rübezahl bzw. Rubinzagal.

Neben den in freiem Schaffen entstandenen Werken hat er doch einige Jahre, vielleicht sich besinnend auf seine ihm eigenen Stärken als Illustrator, auch auf Auftrag für den Sauerländer-Verlag, Aarau, gearbeitet. Beispiele für die aus dieser Zusammenarbeit entstandenen Zeichnungen finden sich unter "Seine Bücher" auf dieser Website. Zudem hat er offenbar, obschon er eine feste Dauerstellung als Märchenzeichner bei den "Münchner Fliegende Blätter" abgelehnt hatte, auch für diese mehrere Arbeiten gemacht. Leider haben wir bisher davon keine Beispiele gefunden.

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